Metrolit

»Ich habe natürlich nicht immer getrunken, es ist sogar nicht sehr lange her, dass ich mit Trinken angefangen habe.«

Hans Fallada, Der Trinker

Jakob Hinrichs, Hans Fallada

Der Trinker

Graphic Novel
Ca. 17 × 24 cm
Gebunden
Ca. 160 Seiten
Durchgängig vierfarbig

ISBN 978-3-8493-0110-1

Oktober 2015

25,00 €

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Inhalt

Der Trinker ist einer der persönlichsten Romane von Hans Fallada. Er verfasste das Werk 1944 heimlich im Gefängnis. Fallada war nach einem mutmaßlichen Totschlagversuch an seiner Frau als nicht zurechnungsfähig inhaftiert worden und saß mehrere Monate in der Landesanstalt Neustrelitz-Strelitz. In Der Trinker hat Fallada nicht nur die eigenen Erfahrungen mit der Alkoholsucht verarbeitet, der Roman ist auch eine Auseinandersetzung mit seinen persönlichen Krisen und Demütigungen. Was liegt also näher, als die Geschichte über den Untergang des Kleinbürgers Erwin Sommer, der in einer Lebenskrise zu trinken beginnt und dem Alkohol so verfällt, dass er in der Folge seine Ehe und Existenz zerstört, mit der Biografie Falladas zu verknüpfen?

Der bekannte Illustrator und Comiczeichner Jakob Hinrichs hat sich intensiv mit dem Werk und dem Leben Falladas beschäftigt und viele für Fallada wichtige Orte besucht. Seine Adaption beginnt in der Landesanstalt Neustrelitz-Strelitz und erzählt von dort aus die Geschichte Sommers und Falladas auf überzeugende Weise. Und so wird neben dem erschütternden Psychogramm des alkoholkranken Handelsreisenden Sommer auch die berührende Lebensgeschichte eines bedeutenden Schriftstellers nachgezeichnet, der bis zu seinem Tod 1947 unter seiner Morphium- und Alkoholsucht litt.

Autor

Jakob Hinrichs studierte Illustration an der UdK Berlin (2004). Er lebt in Berlin und arbeitet als selbstständiger Illustrator und Comiczeichner für internationale Publikationen wie die New York Times, Boston Globe, The Guardian und viele andere. Sein 2012 erschienenes vielbeachtetes Graphic-Novel-Debüt, eine grafische Adaption von Arthur Schnitzlers Traumnovelle ist in der Büchergilde Gutenberg erschienen und in mehrere Sprachen übersetzt.

Rudolf Ditzen alias Hans Fallada (1893-1947) veröffentlichte 1920 seinen ersten Roman Der junge Goedeschal. Der vielfach übersetzte Roman Kleiner Mann – was nun? von 1932 machte ihn weltberühmt, sein letztes Buch, Jeder stirbt für sich allein (1947), avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Der Trinker erschien posthum im Jahr 1950.

Pressestimmen

»Jakob Hinrichs hat die Exzesse dieses Autors meisterhaft und sehr cool illustriert: den Rausch und die Hölle dazu.«
RBB Stilbruch

»Ein wunderbar verstörendes Buch, in dem sich der Kampf des Menschen gegen die Sucht aufs Neue entfacht. Hinrichs gelingt es, die abwärts führende Spirale der Existenz gekonnt einzufangen und Falladas unter dramatischen Umständen verfasstes Spätwerk gebührend zu würdigen.«
tip Berlin

»Rauschhafte Visionen kann Jakob Hinrichs zeichnen wie kein zweiter. Er hat aus seiner Graphic Novel ein wahres Kunstbuch gemacht. Viele der Bilder, die da in kleinen Comic-Kästchen erscheinen, könnte man groß in Galerien an die Wand hängen.«
NDR Kultur

»Bemerkenswert […]Hinrichs macht deutlich, wieso Leben und Werk von Fallada verschränkt sind. […] Das Ganze setzt er in Bilder von denen jedes einzelne eigentlich auch ein kleines Kunstwerk ist.«
RBB Kulturradio

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